Eine Gewähr kann nicht übernommen werden, wenden sie sich im Zweifelsfalle an einen Fachbetrieb.

http://www.scheepselektra.nl

Für alle, die selbst einbauen: http://www.shipshop.de/BlueWater/Navigation/Sterling/Batterieladung/batterieladung.html

Ladetechnik

Batterie- und Ladetechnik

Segeln in Holland erfordert eigentlich keine besonderen Tricks bei der Ladetechnik, fast überall wird man Landstromanschlüsse finden. Rolf spielt aber gerne mit der Bordelektrik und freut sich vor allem dann, wenn er was herausgefunden hat, was andere noch nicht kennen.

Bereits die "Phoenix" hatten wir mit einem modernen Sterling- Ladegerät ausgestattet, die Bavaria 35 "Vernieuwing" verfügt seid Ende 2003 über ein Ladegerät der Nachfolgeserie "Pro digital". Das ursprüngliche Billiggerät haben wir auf die Starterbatterie geschaltet. Es kann ggf. mit wenigen Handgriffen für den sogenannten "Servicebereich" reaktiviert werden.

Eine seegehende Yacht braucht mindestens 3 getrennte Batterien

Starterbatterie: Diese ist ausschließlich für den Motorstart zuständig; auf sie wird von keinem anderen Verbraucher zugegriffen. Der Grund ist einfach, denn wenn die Maschine nicht mehr startet ist Schluss mit lustig und es gibt keinen Strom mehr. Davon liest man gelegentlich mal ...

Funktionsbatterie: Diese ist zuständig für die Positionsbeleuchtung, die wirklich notwendigen Instrumente und Geräte sowie eine Minimalbeleuchtung. Ende.

Komfortbatterie: Damit wird der Luxus versorgt. Kühlbox, Gefrierbox, umfangreiche Beleuchtung, Notebook usw., also alles was nicht wirklich gebraucht wird.

Reservebatterie: Für die Blauwasserfahrt unentbehrlich. Trocken vorgeladen und mit dem getrennten Säurepack im Notfall aktivierbar. Hatte sogar Wilfried Erdmann dabei. Nach einer Wartezeit nach dem Einfüllen der Säure bietet die Batterie etwa ihre halbe Nennkapazität. Sind Sie ein disziplinierter Mensch, dann können Sie diese Batterie zum Laden manuell zu jedem Kreis zuschalten; vergessen Sie das Trennen, dann ist im Ernstfall wieder Schluß mit lustig. Siehe oben. Vorteil: Sie haben immer volle Kapazität.

Maydaybatterie: Eine kleine, hoch und trocken installierte Batterie von ca. 10Ah (Motorradbatterie) bietet im Seenotfall noch ca. 5 Stunden Energie für den UKW- Seefunk. Ein kleines Solarmodul hält sie frisch!

Segeln auf dem Ijsselmeer

Hier oder in vergleichbaren Revieren kann und muss man nicht unbedingt von "seegehend" sprechen; so können also Abstriche gemacht werden. Auf unserer Bavaria ist die Starterbatterie wohl serienmäßig vom Rest des Bordnetzes getrennt und wird nur von der Maschine geladen. Das geht eigentlich in Ordnung, denn es gibt keinen Grund, dass dies bei täglich laufender Maschine nicht funktioniert. Die oben beschriebene Änderung ergab sich eher zufällig.

Ladegerät

Hier ein kleiner Exkurs in die Physik und den Baumarkt. Wenn Sie ein einfaches Ladegerät an eine ziemliche leere Batterie anschließen, dann wird es zunächst gefährlich brummen und der Zeiger des Amperemeters geht auf Vollausschlag. Bereits nach wenigen Minuten hört das Brummen auf und das Gerät arbeitet bei vielleicht 4 A Ladestrom weiter, mit sinkender Tendenz. Je voller ihre Batterie wird, um so weniger liefert das Ladegerät an, die Batterie wird hier bis zu etwa 75% ihrer Nennkapazität geladen.

Unser Sterling- Ladegerät arbeitet mit der IUoUo - Kennlinie.

I = Stromstärke Ampere
U = Spannung Volt
o = Schaltpunkt

Klartext: Wenn man das Gerät einschaltet, lädt es mit seiner maximalen Leistung (I) so lange, bis bei einer Bleibatterie 14.4 Volt erreicht sind. Danach geht es weiter mit der sogenannten Ausgleichsladung bis 14.8 Volt (U) anliegen. Diese dient dazu, die Batterie auf 100% ihrer Kapazität zu laden. Ab jetzt ist das "Pro digital" ein Netzgerät und versorgt die Verbraucher im Rahmen seiner Kapazität bis an seine Nenngrenze. Wird diese überschritten, beginnt das Spiel von vorne. Der große Vorteil liegt darin, dass im ersten Zyklus konstant (Konstantstromladung) mit dem maximal zur Verfügung stehenden Strom geladen wird.

Bei der Auswahl des Ladegerätes stellt sich die Frage, wieviel Power (Ah) dieses liefern soll. Die Hersteller geben in der Regel Empfehlungen heraus, die sich an der Batteriekapaziät orientieren, doch das ist nur die halbe Miete. Wichtiger ist letztlich, wie leer Ihre Batterien sind und wieviel Sie während des Ladevorganges anderweitig verbrauchen. Haben sie die Gewohnheit, während nur einer Nacht in der Marina zusätzlich zu den leeren Batterien auch noch die Kühlbox und die Gefrierbox wieder auf Tiefsttemperatur zu fahren und gleichzeitig andere Verbraucher zu betreiben, dann dürfen Sie getrost eine Nummer höher greifen. Wir haben uns für 40 A entschieden, denn im beschriebenen Extremfall dürften wir nach einer Nacht bei einer Batteriekapazität von 225 Ah auf jeden Fall wieder für 2 bis 4 Tage "voll" sein.

Der Einbauort sollte immer trocken, kühl und gut belüftet sein. Eine prächtige Forderung der Hersteller. Wir haben das Gerät am bavariaklassischen Platz, nämlich unter dem Kartentisch, eingebaut. Da waren schon einige Verrenkungen erforderlich und gut belüftet ist es da auch nicht unbedingt. Mal sehen, wie die Sache im Sommer funktioniert, ggf. kann man ja mit einen PC- Lüfter nachhelfen. Schön wäre es, wenn der Hersteller bereits einen geschalteten Ausgang vorgesehen hätte - an diesen paar Cent sollte es eigentlich nicht liegen ...

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