Blauwassersegeln: Die Ariadne mit Morten Bentzien geht auf grosse Fahrt

Neues von Morten, wir zitieren:
„Meine Überfahrt endete nicht in La Coruña wie geplant, sondern in Gijon und das auch noch mit mehrtägiger Verspätung. Ein Hochseeschlepper musste mich wegen Manövrierunfähigkeit aufnehmen und brachte mich nach Gijon. Wind von 55 Knoten in der Nacht vom 02.10. hatten meine Segel nicht ausgehalten und der Sprit reichte nicht, um bei diesen Bedingungen die Küste zu erreichen.
Nachdem sowohl mein Sturmsegel als auch das Grosssegel gerissen waren, half nur noch “Pan-Pan” zu funken. Zum Glück erhielt ich sofort Antwort von einem Frachtschiff, das die Nacht über bei mir blieb, bis am nächsten Mittag der Schlepper bei mir war. Ich war zu keiner Zeit in persönlicher Gefahr – Ariadne ist ein rundum stabiles Schiff.
Nun sitze ich bereits die dritte Woche in Gijon, warte darauf, dass die wichtigsten Dinge repariert werden und werde dann entscheiden, ob und wie es weiter geht. In Spanien ticken Uhren anders als gewohnt…“.

Ariadne in der Biskaya Ariadne in der Biskaya

40 Knoten Wind in der Biskaya

Ariadne im Schlepp

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Morten in Gijon
Die Langfahrt der Ariadne steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Zunächst die technischen Verzögerungen beim Start (durch den örtlichen Schiffelektriker zu verantworten), dann eine Schlechtwetterperiode, die ihn lange in Niederländischen Gewässern festhält. Wir haben diese selbst erlebt: 50 Knoten Wind in den Häfen Enkhuizen und Warns, wir waren froh, keine Gäste in dieser Zeit an Bord gehabt zu haben, wir konnten also in Ruhe abwarten. Unsere Transferfahrt Warns – Enkhuizen (unser Sohn mit Familie kommt an Bord) machen wir streng nach dem Wetterbericht (www.windfinder.com), laufen zeitig aus und früh ein.

Die Aridane erreicht dann England (Falmouth), läuft dort aus und kehrt um, da der Diesel wohl Luft zieht. Wir denken in diesen Tagen immer wieder an Morten, denn es ist spät im Jahr. Betroffen lesen wir im Blog, dass die Yacht manövrierunfähig ist und am 05.10.2010 von der Küstenwache nach Gijon geschleppt wird: Die Biskaya hat sich wohl bemüht, ihrem Ruf gerecht zu werden, mehr wissen wir derzeit auch nicht. Morten ist unbeschädigt, die Ariadne nicht. Wir hoffen, dass Morten es schafft, seinen großen Traum weiter zu führen; lange hat er sich, das wissen wir aus eigener Anschauung, sorgfältig darauf vorbereitet.

Wir können nur sagen: Morten, mach weiter und schau zu, dass Du auf die Kanaren kommst...

Hier der direkte Link zum Blog: www.morten.be-netzien.de

Morten lag nun schon einige Jahre neben uns im Hafen und wir haben ihn als  ruhigen Boxennachbarn und kompetenten Segler kennengelernt. Bescheiden wie er ist, drang nur langsam durch, dass er auf große Fahrt gehen will, fast hätte man es nicht bemerkt. Wenn da nicht in den Pfingstferien mit großem Engagement der Geräteträger (Bild einbauen) montiert worden wäre. Es war also soweit, die letzten Vorbereitungen wurden abgeschlossen.

Samstag, 21.08.2010 um 09:00, so unser Logbucheintrag, legen wir ab. Die Ariadne mit Kurs Den Helder, wir auf der Vernieuwing plus Gäste mit Kurs Urk. Bis zur Schleuse gemeinsam, noch einen kurzen Schlag zusammen, dann trennen sich unsere Wege.

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Ariadne Morten wollte schon ein paar Tage früher auslaufen, aber die Gebereinheit im Masttop machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Genau genommen war es eher der örtliche Schiffselektriker, der das richten wollte, aber nicht in der Lage war, das in einem angemessenen und großzügig geplanten Zeitrahmen zu erledigen. Bert van der Iest, Directeur, Koordinator und Hafenmeister konnte es dann matchen.

Die Ariadne

Baron 108 – Stahl - 10,80 m x 3,41 m x  1,95 m – Rollreffgenua + Lattengroß (zweifach besegelt) – Pinnensteuerung – Pinnenpilot – Windfahnensteuerung – Rettungsinsel – Epirb-Boje – Seefunk – Radar - Bananaboot mit Außenborder und Besegelung – elektrische Ankerwinsch – Fenderbrett

"Ariadne"
Die "Ariadne" verläßt ihre Box

"Ariadne"
... den Hafen "Pyramide" in Warns
"Ariadne"
... geht durch die Schleuse in Stavoren
"Ariadne"
Noch keine Segel gesetzt, aber ...
"Ariadne"
Jetzt geht's los - mit der Fock Richtung Den Oever
 

300 l Trinkwasser – 180 l Diesel – jeweils zusätzliche Kanister – Windgenerator – Kühlbox mit Elektro- und maschinengetriebenem Kompressor – Petroleumherd mit Backofen – 2x 110 A Servicebatterien

Zwischen zwei Törns mit Gästen konnten wir uns die Zeit nehmen, ein paar Bilder vom Innenleben der Ariadne zu machen. Natürlich war das Schiff in „Aufbruchstimmung“ d.h. Morten war beim ein- und aufräumen.

Ariadne Ariadne Ariadne
Ariadne Ariadne Ariadne

AriadneDer Törn und mehr...

Ijsselmeer - Südengland - Nordwest-Spanien - Lissabon - Kanaren - Cabo Verde. Dort 4 Wochen "Inselhopping" über Weihnachten und Sylvester 2010 / 2011. Zurück zu den Kanaren - Madeira - Lissabon - La Coruña - Bretagne - Kanalinseln - Ijsselmeer.

Morten hat diese Blauwasserfahrt von langer Hand geplant und sich genau dafür die Ariadne gekauft. Eine Stahlyacht ist hier immer eine gute Entscheidung, obwohl GFK natürlich schneller wäre. Ob wir unserer Vernieuwing einen solchen Törn zutrauen würden? Uneingeschränkt ja, aber mit Lattengroß, zweiter, kleinerer Rollreffgenua (so um die 18 m2) und einigen kleineren anderen Modifikationen. Bevorzugt würden wir mit einer Alu-Yacht segeln, aber wer kann das schon finanzieren...

In den letzten beiden Jahren haben wir erlebt, wie Morten sich, das Schiff und die Ausrüstung ausgiebig getestet hat. Die theoretische Vorbereitung ist optimal: neben dem SSS hat er weitere Lehrgänge wie Sicherheitstraining absolviert, also kann da eigentlich nichts schiefgehen. Wäre er weniger bescheiden, dann würde heute unser Navtexgerät sich auf Langfahrt befinden. Gerne hätten wir es ausgeliehen, da wir es in unserem Revier nicht brauchen und vor ein paar Jahren demontiert haben.

Nicht ganz verständlich erscheint, dass Morten die Möglichkeit nicht nutzt, mit einem SSB- fähigen Kurzwellenempfänger plus Notebook mit Dekodierprogramm Wetterfax und Funkfernschreiben (RTTY) zu empfangen. Dies ist zwar etwas aus der Mode gekommen, jedoch kostenlos und im entsprechenden Seeraum gut empfangbar. Auf der Vernieuwing  tut ein Lowe HF 150 zusammen mit Msan Meteo Text immer noch gute Dienste, obwohl wir in diesem Revier eigentlich immer ins Internet können. Besonders dann, wenn die Wetterlage unübersichtlich ist und wir auf die Dienste des DWD zurückgreifen wollen.

Wer Morten auf seiner großen Fahrt verfolgen will, kann es hier tun: www.mortenbentzien.de

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